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Verein MENTOR*NETZ*WERK zieht erste Bilanz

Michael Müller
28.11.2025
Michael Müller

Junge Talente suchen Orientierung – und kämpfen mit zu vielen Möglichkeiten

Die ersten Wochen des neu gegründeten gemeinnützigen MENTOR*NETZ*WERK zeigen ein klares Bild: Die High Potentials der Generation Y und Z sind so gut ausgebildet wie keine Generation zuvor – und gleichzeitig erstaunlich unsicher, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollen.

Schon jetzt wurden zahlreiche Mentorings durchgeführt. Die Gespräche zeigen drei starke Trends. 


1. Die neue Unsicherheit: Zu viele Chancen – zu wenig Klarheit

Masterstudium, Praktika, Auslandssemester, Ehrenamt: Die Lebensläufe wirken perfekt. Doch die Vielfalt an Optionen überfordert viele junge Menschen.

„Das größte Karriereproblem unserer Mentees ist ein Zuviel, nicht ein Zuwenig an Möglichkeiten“, sagt Gründer und Vorstand Michael Müller. „Wir erleben hochreflektierte junge Erwachsene – aber sie wünschen sich ehrliche Einblicke aus der Praxis.“

Vor allem Frauen berichten im Mentoring von der Herausforderung, Karriereambitionen mit einem Kinderwunsch zu vereinen – und dabei wirtschaftlich unabhängig zu bleiben.


2. Karriereentscheidung mit Tempo – Familie und Eigentum im Blick

Viele High Potentials wollen rasch Fuß fassen: erste Karriere, stabile Einkommenslage, Familiengründung, Eigentum. Doch Erwartungen und Realität klaffen oft auseinander.

„Wir sehen den Wunsch nach Sicherheit – und gleichzeitig eine enorme Geschwindigkeit,
mit der junge Talente beruflich vorankommen wollen“, sagt Müller.

Bei der Wahl des Unternehmens spielt die Außenwirkung eine zentrale Rolle: Werte, Identifikation, Flexibilität und Homeoffice-Bedingungen beeinflussen die Entscheidung deutlich stärker als bei früheren Generationen.


3. Neue Gründer-Generation: Social-Media-getrieben und risikobereit?

Immer mehr Mentees wollen Start-ups gründen, – häufig im Team, häufig technologieorientiert, häufig mit der Erwartung schneller Skalierung. Doch die Realität ist härter: Nur wenige junge Unternehmen überstehen die ersten Wachstumsjahre.

„Die Gründer*innen brennen für ihre Idee – aber unterschätzen oft rechtliche Strukturen, Finanzierung, Teamdynamik und den Faktor Zeit“, so Müller. 
„Hier ist professionelle Begleitung entscheidend.“


CONCLUSIO: Warum Mentoring so wichtig ist

Die Gespräche zeigen deutlich: Eltern sind weiterhin die wichtigsten Vertrauten – aber sie können nicht alle Antworten geben. Immer häufiger suchen junge Talente daher Austausch mit erfahrenen Führungskräften, Unternehmer*innen und Branchen-Insidern.


Über das MENTOR*NETZ*WERK

Der gemeinnützige Verein fördert junge Talente und High Potentials am Weg zur Führungsverantwortung oder in die Selbstständigkeit. Mentoren sind erfahrene Expertinnen, Gründerinnen und Führungskräfte, die Praxiswissen und hilfreiche Kontakte teilen.

Sie bieten unentgeltliche, unabhängige Unterstützung und knüpfen damit an ein Problem an, das zunehmend gesellschaftlich relevant wird: Der Übergang einer ganzen Generation in Führungs- und Unternehmerrollen.